Eine neue UCK im Kosovo?

26 Jan

25. 01. 2013

Die kosovo-albanischen Extremisten, die am 20. und 21. Januar 2013 kosovoweit auf sechs serbischen Friedhöfen Grabmäler geschändet, in zwei Orten Denkmäler beschädigt, eine Kapelle angezündet und ein Kloster bedroht haben, sollen Veteranen und Mitglieder einer Nachfolgeorganisation der Kosovo-Befreiungsarmee UCK sein. Das vermutet die kosovarische Polizei. In einer Stellungnahme der Sicherheitsbehörden des Kosovo zu den Ereignissen Anfang dieser Woche heißt es weiter, die Straftaten wären nur unter dem Vorwand einer Revanche für den Abbau eines Monuments in Presevo (siehe Blog-Eintrag gestern) zu Ehren von „Freiheitskämpfern“ der Liberation Army of PRESEVO-MEDVEDJA-BUJANOVAC (UCPMB) begangen worden. Tatsächlich sollte damit aber die Kosovo-Regierung um Ministerpräsident Thaci und der politische Dialog mit Serbien getroffen (torpediert) werden.

Die kosovo-albanischen Extremisten haben in verschiedenen Orten im Süden des Kosovo auf sechs serbischen Friedhöfen mehr als 85 Grabstätten geschändet. Grabsteine wurden aus ihrer Verankerung gelöst, an einigen Orten auch zerstört, an einem Ort gesprengt. Der Friedhof in Prizren weist allein fünfzig geschändete Grabstätten auf. In Milosevo wurde versucht, eine Kapelle anzuzünden. Außerdem wurde ein den Gefallenen (aller Nationalitäten, in der Mehrheit Albaner) des Zweiten Weltkriegs gewidmetes Denkmal zerstört. Auf ein weiteres Denkmal – ein Doppeldenkmal für zwei 2001 getötete serbische Polizisten und zwei 2003 getötete serbische Kinder – wurde mit Maschinenpistole aus einem fahrenden Auto gefeuert. In der Nacht zum 21. Januar hinderte die kosovarische Polizei eine Albaner-Gruppe daran, sich dem serbischen Kloster in Gjakova zu nähern, zu dessen Zerstörung eine Internet-Seite der „Albanischen Nationalen Befreiungsarmee“ (Albanian National Army, ANA) aufgerufen hatte. Im Verdacht der Urheberschaft für diese Straftaten stehen die ANA und weiterhin nationalistisch agierende Veteranen der UCK. Die ANA sieht sich in der Nachfolge der UCK, wurde nach dem Kosovo-Krieg 1999 gegründet und ist dem Vernehmen nach ohne große Erfolge auch in Mazedonien und Südserbien tätig.

Die kosovarische Polizei ist nach den jüngsten Ereignissen wieder zu einer ständigen Bewachung besonders bedrohter serbischer Kulturgüter, etwa des Bischofssitzes in Prizren, der Klöster Peja und Gjakova und anderer Monumente, übergegangen. Die Kosovo-Friedenstruppe Kfor, heißt es, hält sich in Bereitschaft, um im Fall größerer Unruhen schnell eingreifen zu können. Kosovo-albanische Spitzenpolitiker aller Parteien haben den Vandalismus vom Wochenbeginn meist scharf verurteilt, Radiosender im Land wurden gebeten, die Lage durch aufrührerische Berichterstattung nicht weiter aufzuheizen, so wie es bei den Ausschreitungen 2004 der Fall gewesen ist. Die Regierung in Pristina hat zugesagt, die Restaurierung der Gräber in Prizren zu finanzieren; zur Frage, wie die Schäden an den anderen Stätten behoben werden können, gibt es noch keine Aussage.

Download: http://www.morgenlage.de/

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